Zweite Woche der Sommertour: Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

Auch die zweite Woche von Simones #Sommertour17 stand im Zeichen von Umwelt, Energie und nachhaltiger Mobilität. Überall im Land sind grüne Ideen und Konzepte am Wachsen, doch große Herausforderungen bleiben. Vor allem mit einer Bundesregierung, die die Energiewende abwürgt, die Dieselaffäre weiter anfacht und kein durchdachtes Konzept für die Mobilität von morgen anbietet.

Rheinland-Pfalz

Los ging es in der zweiten Tour-Woche mit der Besichtigung des Energieparks Pirmasens. Mit dabei war Jutta Paulus, rheinland-pfälzischen Landesvorsitzende der Grünen.  In Pirmasens hat das Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) eine Biogasaufbereitungsanlage in Betrieb genommen. Das entsprechende Power-to-Gas-Verfahren wurde gemeinsam mit der Universität Mainz entwickelt. Dabei kann durch „biologische Methanisierung“ – also die Herstellung von Methangas durch Vergärung von Biomasse – überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energiequellen langfristig im Erdgasnetz gespeichert werden. Solche innovativen Speichersysteme werden in der Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen, denn auch der Wärme- und Verkehrssektor muss erneuerbar werden. Mit Hilfe eines großen Investitionsprogramms für die Installation von Speichern wollen die Grünen die Energieinfrastruktur hierfür umrüsten.

 

Viele denken bei E-Mobilität sofort an den Pkw- und Lkw-Verkehr.  Dabei ist leider auch die Elektrifizierung des Schienenverkehrs noch längst nicht abgeschlossen. Dies wurde an den nächsten Haltepunkten der Tour in Landau und Kandel gut sichtbar. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner diskutierte Simone über Ausbau und Elektrifizierung der Bahntrassen in der Pfalz. Gerade im ländlichen Raum werden Grüne darauf Wert legen, den öffentlichen Fern- und Nahverkehr massiv auszubauen, damit allen Menschen eine zuverlässige Alternative zum Auto geboten wird, die sie pünktlich von A nach B bringt. Damit das Ticket-Wirrwarr ein Ende hat, soll mit einem grünen MobilPass die Möglichkeit geschaffen werden, deutschlandweit alle Angebote des öffentlichen Verkehrs mit einer einzigen App oder Karte schnell, einfach und bequem zu buchen und zu bezahlen.

 

Der Tag in Rheinland-Pfalz wurde abgerundet durch einen Besuch in Neustadt an der Weinstraße. Simone erhielt einen Einblick in die Arbeit der dortigen Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete. Hier wurde wieder einmal deutlich, wie viele Menschen sich hierzulande auch weiterhin engagiert für Flüchtlinge einsetzen und die Willkommenskultur weiterleben. Schüler*innen des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums haben ein Gartenprojekt gemeinsam mit den Geflüchteten gestartet, so dass im hinteren Teil der Unterkunft  nun Kartoffeln, Tomaten und Petersilie gedeihen. Ein schönes Projekt, denn noch immer sind viel zu viele Geflüchtete zur Langeweile verdammt – sei es durch Mangel an Sprachkursen oder weil es an Möglichkeiten fehlt, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Integration ist für  Grüne nicht nur ein geflügeltes Wort für Sonntagsreden. Integrationskurse müssen von Anfang an allen Asylsuchenden angeboten werden – und zwar unabhängig von Herkunftsland und Bleibeperspektive. Die Gemeinden und Kommunen müssen dabei dringend gestärkt werden, damit sie diese Aufgaben auch gut und ausreichend übernehmen können.


Hessen

Armut und Existenzängste gibt es überall in Deutschland. So auch in Rodgau in Hessen. Hier besuchte Simone unter anderem den Verein „Tante Emma Rodgau“. In den Räumlichkeiten des Vereins können sich einkommensschwache Menschen bei der Jobsuche oder bei Problemen mit Ämtern beraten lassen. Durch zahlreiche Lebensmittelspenden von Supermärkten und Bäckereien können sich hilfsbedürftige Menschen hier für zwei Euro pro Einkauf mit Lebensmitteln versorgen. In dem Gespräch mit den Initiator*innen wurde deutlich, dass sich bei der Kundschaft vor allem auch die wachsende Altersarmut bemerkbar macht. Es braucht dringend eine sanktionsfreie und ausreichende Mindestsicherung, damit nicht weiterhin so viele Menschen in einem reichen Land wie Deutschland auf Lebensmittelspenden angewiesen sind.  Ein skandalöser Umstand. Die Einführung einer grünen Garantierente ist ein zentraler Baustein grüner Sozialpolitik. Sie muss oberhalb der Grundsicherung liegen – ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Anrechnung von betrieblicher und privater Altersvorsorge, damit alle Menschen in Würde alt werden können.

 

Wie in der Städteplanung immer noch zu häufig das Auto bevorzugt  wird, konnte Simone bei einer Fahrradtour gemeinsam mit den Fuldaer Grünen und dem ADFC erfahren. Zu schmale Fahrradstreifen, kaputte Fahrradwege die im Nirgendwo enden – solche Probleme bestehen vielerorts. Dabei fahren elf Millionen Menschen in Deutschland täglich Rad. Die Grünen werden im Falle eines Wahlsieges das Bundes-Engagement für den Ausbau des Radverkehrs deutlich verstärken und die Mittel für den Bau von Rad- und Radschnellwegen vervielfachen. Dazu gehört auch eine intelligente Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV, so wie gute und sichere Stellplätze an Bahnhöfen. Viele Metropolen wie Kopenhagen und Amsterdam leben dies schon lange vor. Ein Artikel über den Besuch von Simone in Fulda findet sich hier.

 

Die letzte Station von Simones Hessen-Besuch galt dem großen Info-Stand der Frankfurter Grünen mit den Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und Wolfgang Strengmann-Kuhn in Frankfurt-Bockenheim. Bei Getränken und leckeren Pasta mit Pesto wurde im Dialog mit interessierten Bürger*innen und Bürgern nochmals kräftig die Werbetrommel für ein starkes GRÜNES Ergebnis am 24. September gerührt.

Thüringen

Erste Station von Simones Thüringen-Stopps war eine Gesprächsrunde am Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam mit Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz. Mit dabei war auch Prof. Kai Uwe Totsche, der Vorsitzende des Thüringer Klimarats. Dieser unterstützt das Ministerium von Anja Siegesmund bei der Ausgestaltung des Thüringer Klimaschutzgesetzes. Gerade in Zeiten, in denen mit Donald Trump in den USA und der AfD in Deutschland Klimaleugner*innen auf dem Vormarsch sind, ist das Hochhalten von wissenschaftlichen Standards und Ergebnisse von enormer Bedeutung. Ohne diese wäre der Kampf gegen den Klimawandel verloren.

 

Was die Konsequenzen eines Nicht-Handelns wären, wird derzeit wunderbar veranschaulicht im Klima-Pavillons des Umweltministeriums auf der Landesgartenschau in Apolda: von Kuhrettungswesten über Sprachführer für innerdeutsche Klimaflüchtlinge werden hier auf ernste und humorvolle Art und Weise mögliche Szenarien eines voranschreitenden Klimawandels beschrieben. Für Grüne ist klar, dass die Eindämmung der Klimakrise die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist. Dazu gehört der Ausstieg aus der dreckigen Kohleenergie und die hundertprozentige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien bis 2020, sowie die sofortige Abschaltung der 20 dreckigsten Kohlekraftwerke nach der Bundestagswahl.

 

Ein paar Meter neben der Landesgartenschau konnte Simone sich über ein weiteres – von vielen unterschätztes  – Thema  informieren: das Bienensterben.  Wegen der industriellen Landwirtschaft und dem Einsatz von Insektengiften haben wir in den vergangenen fünfzehn Jahren bereits über achtzig Prozent unserer Bestäuber – also Hummeln, Schmetterlinge und Bienen – verloren. Grüne kämpfen für eine Landwirtschaft ohne Gift und Gentechnik, damit es auch in Zukunft eine funktionierende und blühende Landwirtschaft gibt.

 

Gemeinsam mit Stephanie Erben, Thüringer Landesvorsitzende der Grünen, besuchte Simone anschließend das Bioenergiedorf Schlöben bei Jena. Die 1000 Einwohner*innen organisieren als Genossenschaft eine nachhaltige Wärmeversorgung aus Biomasse – vor allem durch Gülle und Mist eines umliegenden Landwirtschaftsbetriebs mit über 400 Kühen. Neben der Biogasanlage werden zudem drei Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung und eine Hackschnitzel-Heizanlage genutzt. Ein wunderbares Modellprojekt der Energiewende. Bündnis 90/Die Grünen wollen genau dieses Energiewende von unten weiter voranbringen und sie (wieder) zu einem gesellschaftlichen Projekt machen. Hierzu sollten beispielsweise kleinere Wind- und Solarprojekte komplett von der neuen und sehr bürokratischen Ausschreibungspflicht befreit werden.

 

Am Ende eines langen Wahlkampf-Tages unterstütze Simone dann noch die Grünen in Gera beim Straßenwahlkampf in der Innenstadt und war zu Gast in Greiz, bevor es mit der #Sommertour17 weiter nach Sachsen-Anhalt ging.

Zur ersten Woche der Sommertour

Zur dritten Woche der Sommertour

Zur vierten Woche der Sommertour

Zur fünften Woche der Sommertour

Zur sechsten Woche der Sommertour

Teile diesen Inhalt: