Seenotrettung ausbauen – Menschenleben retten!

Anlässlich des Starts der privaten europäischen Seenotrettungsmission SOS MEDITERRANEE bin ich gemeinsam mit Jamila Schäfer, Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND, am 25. und 26. Februar 2016 nach Lampedusa gereist.

Vor Ort haben wir uns einen Eindruck vom geplanten Einsatz verschafft, mit Kapitän Klaus Vogel, VertreterInnen von Ärzte der Welt, AWO international und PolitikerInnen über die humanitäre Lage auf und vor Lampedusa gesprochen und mit UnterstützerInnen und der Bevölkerung der Insel am 26. Februar im Hafen von Lampedusa an einer Feierstunde teilgenommen, um den Rettungseinsatz zu beginnen.

SOS MEDITERRANEE ist ein ziviles, europäisches Projekt zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer, das mit dazu beitragen will, eine zivile Seenotrettung im gesamten Mittelmeer aufzubauen. Dazu hat die Mission das ehemalige Fischereischutzboot MS AQUARIUS nach einer mehrmonatigen Spendenaktion ab Januar 2016 für vorerst 3,5 Monate gechartert. Einsatzgebiet ist die Hauptfluchtroute über das Mittelmeer – zwischen Libyen, Lampedusa und Sizilien – auf der gerade jetzt wieder tausende Menschen die lebensgefährliche Überfahrt riskieren werden.

Weitere Informationen unter:
http://sosmediterranee.org.

Zum Start der Rettungsmission erklärt Simone Peter, Bundesvorsitzende
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Wo Europa versagt, müssen private Initiativen das humanitäre Versagen kompensieren. Es war ein großer Fehler, im Herbst 2014 die italienische Seenotrettungmission „Mare Nostrum“ zu beenden. FRONTEX hat weder das Mandat, noch die Mittel oder das Selbstverständnis einer ausreichenden Seenotrettung. Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann, bis sich wieder tausende Schutzsuchende auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer zwischen Libyen und Italien machen. Wir brauchen endlich ein gesamteuropäisches Konzept der zivilen Seenotrettung, statt die Leute durch eine fehlgeleitete Abschottungspolitik wie jüngst in der griechischen Ägäis auf immer gefährlichere Routen zu treiben.“

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