Equal Pay Day: Warme Worte helfen nicht

20.03.2015

Zum diesjährigen Equal-Pay-Day  erklären Simone Peter, Bundesvorsitzende, und Gesine Agena, Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied des Bundesvorstands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Noch immer verdienen Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger als Männer. Um den Jahresverdienst eines Mannes zu erreichen, der eine gleichwertige Arbeit ausübt, müssen sie 79 Tage länger arbeiten. Damit befindet sich Deutschland auf einem der letzten Plätze im europäischen Ranking. Wir wollen, dass Frauen endlich den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit bekommen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich endlich für dieses Ziel einzusetzen. Ministerin Schwesig hat zwar lautstark ein Gesetz angekündigt, das für Entgeltgleichheit sorgen soll. Es regelt aber in erster Linie die Transparenz bei Gehältern. Transparenz ist ein wichtiger Aspekt, aber um diskriminierende Strukturen aufzubrechen, brauchen wir mehr: Wir fordern ein Verbandsklagerecht, damit ausgewählte Verbände oder Organisationen, wie etwa die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, bei begründetem Verdacht eine Klage einreichen können.

Eine Ursache für Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern liegt aber auch darin, dass viele Frauen in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, weil sie den Großteil der privaten Fürsorge in den Familien leisten. Hinzu kommt, dass die Bereiche, in denen überwiegend Frauen arbeiten, deutlich schlechter entlohnt werden als typisch männliche Berufe. Pflege, Erziehung oder Kinderbetreuung sind für unsere Gesellschaft extrem wichtige Aufgaben. Wir wollen, dass sie endlich gerecht entlohnt werden.“

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