„Ein trauriger Höhepunkt“

Delegierte der COP19 verlassen das Konferenzgebäude

Zahlreiche Umweltverbände haben die Konferenz in Warschau verlassen, um gegen den Stillstand der Gespräche und die starke Präsenz der Kohlelobby zu protestieren. Foto: © dpa

Die Weltklimakonferenz in Warschau ist gestern offiziell zu Ende gegangen. Am Ende der COP19 sollte eigentlich ein klarer Fahrplan zu einem verbindlichen Kyoto-Nachfolgeabkommen vorliegen. Doch die Ergebnisse sind Stückwerk geblieben und machen wenig Hoffnung auf einen positiven Ausgang der wegweisenden Klimakonferenz 2015 in Paris.

Für die grüne Bundesvorsitzende Simone Peter scheint die Klimakonferenz in Warschau zum traurigen Höhepunkt einer verschleppten Klimapolitik zu werden. Die Signale der Industrieländer seien äußerst schwach. Auch Deutschland hätte seine Vorreiterrolle verloren und wenig Konkretes vorgelegt. Bei der Klimaanpassung sehe es nicht besser aus: „Die Finanzierung bleibt in den Anfängen stecken, obwohl die Entwicklungsländer bereits jetzt in hohem Maße betroffen sind.“ Auch die philippinische Delegation, die unter dem Eindruck des Taifun Haiyan angereist war, hätte Zusagen beim Technologietransfer und dem Aufbau einer dezentralen Energieversorgung vermisst.

Deutschland sendet falsche Signale an die Weltgemeinschaft

Umweltminister Altmeier verbrachte ganze zwei Tage in Warschau. Anstatt mit einem schnellen Ausbau der Erneuerbaren das internationale Vertrauen in die Energiewende zu stärken, würde auch in den Verhandlungen zu einer großen Koalition nicht genug getan, um die selbstgesteckten Emissionsziele zu erreichen. „Die Energiewende wird ausgebremst und der europäische Emissionshandel wird nicht refomiert. Deutschland sendet damit verheerende Signale,“ erklärte Simone Peter. Im Ergebnis seien auch China und Indien nicht bereit beim Klimschschutz voranzugehen. Solange Deutschland seine Möglichkeiten nicht nutzt, habe sie wenig Hoffnung, dass es zu einem neuen, verbindlichen Klimavertrag kommt.

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